Wichtige Hinweise zu Musterdepots, Backtests und Performancedarstellungen
Transparenz zu Methodik und Grenzen
Das Wichtigste zuerst
Alle auf dieser Website gezeigten Wertentwicklungen sind simulierte Rückrechnungen (Backtests, Zeitraum Januar 1973 bis Dezember 2025). Es handelt sich nicht um real geführte Depots und nicht um tatsächlich erzielte Ergebnisse.
Die Berechnungen berücksichtigen keine Transaktionskosten, Depotkosten, Steuern, Dividenden, Spreads und Wechselkurseffekte. Die real erzielbare Nettowertentwicklung liegt daher regelmäßig niedriger als dargestellt. Vergleichswerte stellen wir stets auf gleicher Basis gegenüber, also ebenfalls ohne Dividenden, Kosten und Steuern.
Die Strategien wurden in Kenntnis der historischen Daten entwickelt. Vergangene und simulierte Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Es handelt sich um Bildungsinhalte, nicht um Anlageberatung und nicht um eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf konkreter Finanzprodukte.
1. Was Sie hier sehen und was nicht
Wir zeigen auf dieser Website die rechnerische Entwicklung von Anlagestrategien, um deren Systematik verständlich zu machen. Diese Darstellungen sind Anschauungsmaterial für Bildungszwecke.
Konkret bedeutet das:
- Es handelt sich um Simulationen auf historischen Daten, nicht um Depots, die ab einem Startzeitpunkt real mitgeführt und fortlaufend dokumentiert wurden.
- Die Strategien wurden nicht mit echtem Geld in der dargestellten Form umgesetzt.
- Es handelt sich nicht um ein Kundendepot und nicht um ein Fondsvermögen.
- Aus der Darstellung folgt keine Aussage darüber, ob eine Strategie oder ein einzelnes Instrument für Sie persönlich geeignet ist.
Ein Backtest zeigt, wie sich eine Strategie unter den gewählten Annahmen rechnerisch entwickelt hätte. Er zeigt nicht, was ein Anleger tatsächlich verdient hätte, und erst recht nicht, was künftig zu erwarten ist.
2. Berechnungsannahmen
Soweit an einer einzelnen Darstellung nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist, gelten für sämtliche gezeigten Wertentwicklungen folgende Annahmen:
- Transaktionskosten: nicht berücksichtigt
- Depot- und Produktkosten: nicht berücksichtigt
- Steuern (insbesondere Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag): nicht berücksichtigt
- Dividenden und sonstige Ausschüttungen: nicht berücksichtigt
- Wechselkurseffekte: nicht berücksichtigt
- Spreads und Slippage: nicht berücksichtigt
- Ein- und Auszahlungen während der Laufzeit: nicht berücksichtigt
Diese Vereinfachungen sind nicht nebensächlich. Gerade bei Strategien mit regelmäßigen Umschichtungen summieren sich Handelskosten und Steuern über die Jahre erheblich. Die Abweichung zwischen simuliertem Bruttoergebnis und real erzielbarem Nettoergebnis kann deutlich ausfallen.
Da Dividenden nicht einbezogen sind, unterschätzt die Darstellung die Gesamtrendite bei ausschüttenden Werten umgekehrt an anderer Stelle. Entscheidend ist deshalb, dass Strategie und Vergleichswert immer auf derselben Basis gerechnet werden: Wir stellen keinen Kursverlauf einem Vergleichswert gegenüber, der Dividenden enthält.
3. Datengrundlage
Den Berechnungen liegen historische, öffentlich verfügbare Kursdaten zugrunde. Die Auswertung erfolgt regelbasiert, das heißt nach festen, im Voraus definierten Regeln und ohne nachträgliche Eingriffe in einzelne Perioden.
Die konkreten Regeln, Parameter und Auswahlkriterien der Strategie legen wir nicht offen; sie sind Bestandteil unseres Geschäftsbetriebs. Für die Einordnung der gezeigten Zahlen sind daher vor allem die Angaben in Abschnitt 2 (Berechnungsannahmen) und Abschnitt 4 (bekannte Schwächen von Backtests) maßgeblich.
Ändern wir die Berechnungslogik oder die Datengrundlage, sind Ergebnisse vor und nach der Änderung nur eingeschränkt vergleichbar. Wesentliche Änderungen kennzeichnen wir an der jeweiligen Darstellung.
4. Bekannte Schwächen von Backtests
Rückrechnungen sehen systematisch besser aus als die Realität. Das liegt nicht an schlechter Absicht, sondern an strukturellen Effekten, die sich nie vollständig ausschließen lassen:
- Entwicklung im Rückblick: Die Strategie wurde in Kenntnis der historischen Daten entwickelt und überprüft. Wer den Verlauf kennt, trifft andere Entscheidungen als jemand, der ihn nicht kennt.
- Überanpassung (Overfitting): Parameter können so lange justiert werden, bis das Ergebnis für die Vergangenheit überzeugt, ohne dass daraus eine Aussage für die Zukunft folgt.
- Mehrfachtesten (Data Snooping): Werden viele Varianten geprüft, entsteht rein zufällig irgendwann eine, die gut aussieht.
- Überlebensverzerrung (Survivorship Bias): Wird ein heutiges Anlageuniversum zugrunde gelegt, fehlen darin Unternehmen und Fonds, die zwischenzeitlich gescheitert oder eingestellt wurden.
- Rückschaufehler (Look-ahead Bias): Verwendung von Informationen, die zum historischen Entscheidungszeitpunkt noch nicht verfügbar oder noch nicht korrigiert waren.
- Auswahleffekte: Die Wahl von Zeitraum, Markt oder Startpunkt beeinflusst das Ergebnis erheblich.
- Liquiditätsannahmen: Unterstellt wird eine Ausführung zu historischen Kursen, die real nicht immer und nicht in jeder Größe verfügbar gewesen wäre.
- Kostenverzerrung: siehe Abschnitt 2.
Wir arbeiten sorgfältig, können diese Effekte aber nicht ausschließen. Bitte behandeln Sie jede Rückrechnung, unsere eingeschlossen, mit entsprechender Skepsis.
5. Keine Prognose, keine Glaskugel
Kein Modell und keine Rückrechnung sagt zukünftige Kurse vorher. Aus einer hohen simulierten Rendite, einem positiven Signal oder einer günstigen Risikokennzahl folgt keine Erfolgsaussicht für die Zukunft.
Im Einzelnen gilt:
- Historische Zusammenhänge müssen sich nicht wiederholen.
- Marktphasen können falsch oder verspätet eingeordnet werden.
- Signale können sich als falsch erweisen, in beide Richtungen.
- Was in einer Marktphase funktioniert hat, kann in der nächsten versagen.
- Seltene Ereignisse sind in historischen Daten zwangsläufig unterrepräsentiert.
Begriffe wie „Chance“, „Signal“, „attraktiv“ oder „Risikoreduktion“ beschreiben eine Einschätzung und schließen Verluste nicht aus. Auch risikomindernde Regeln können wirkungslos bleiben oder zusätzliche Verluste verursachen. Wir sichern keine bestimmte Rendite, keinen maximalen Verlust und kein Übertreffen eines Vergleichsindex zu.
6. Vergleichsindizes
Sofern wir eine Strategie einem Index gegenüberstellen, dient das der Einordnung. Ein solcher Vergleich ist nur aussagekräftig, wenn die Berechnungsbasis vergleichbar ist. Unterschiede können insbesondere bei Anlageuniversum, Region, Währung, Risikoprofil, Dividendenbehandlung, Kosten und Umschichtungszeitpunkten bestehen.
Da unsere Berechnungen keine Dividenden enthalten, stellen wir ihnen keinen Performanceindex gegenüber, denn dieser enthält Dividenden und wäre damit systematisch im Vorteil, der Vergleich fiele zu unseren Gunsten aus. Verwendete Vergleichswerte werden auf derselben Basis gerechnet, also ebenfalls ohne Dividenden, Kosten und Steuern. Wir benennen den herangezogenen Index eindeutig.
6a. Beispielrechnungen mit Sparplänen
Wo wir eine Beispielrechnung zeigen (etwa Einmalanlage plus monatlicher Sparrate über 20 Jahre), handelt es sich um die rechnerische Fortschreibung eines langjährigen Durchschnittswerts. Das ist keine Prognose.
Entscheidend ist dabei ein Punkt, den Durchschnittswerte verdecken: Bei laufenden Einzahlungen hängt das Endergebnis maßgeblich von der Reihenfolge der jährlichen Renditen ab. Zwei Verläufe mit identischem Durchschnitt können zu deutlich verschiedenen Endwerten führen, je nachdem, ob starke oder schwache Jahre am Anfang oder am Ende liegen. Ein realer Sparplan trifft immer eine konkrete Reihenfolge, nie den Durchschnitt.
7. Risikohinweise
Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden. Der Wert eines Finanzinstruments kann steigen und fallen. Es besteht keine Gewähr, dass Sie das eingesetzte Kapital zurückerhalten; bei einzelnen Instrumenten ist ein vollständiger Verlust möglich.
Relevant sind je nach Instrument insbesondere Marktrisiko, Unternehmens- und Insolvenzrisiko, Bewertungsrisiko, Konzentrationsrisiko, Liquiditätsrisiko und Währungsrisiko. Bei ETFs kommen unter anderem Abweichungen zwischen Fonds- und Indexentwicklung, Gegenparteirisiken bei synthetischer Replikation, Konzentrationen innerhalb eines Index sowie Änderungen der Indexmethodik oder der Anlagepolitik hinzu. Die Bezeichnung als ETF sagt für sich genommen nichts über Risiko oder Eignung aus.
8. Bildungsangebot, keine Anlageberatung
Unsere Inhalte vermitteln allgemeines, produktunabhängiges Wissen. Sie werden nicht auf Grundlage Ihrer persönlichen Verhältnisse erstellt. Wir erheben und beurteilen insbesondere nicht Ihre finanzielle Situation, Ihre Anlageziele, Ihren Anlagehorizont, Ihre Kenntnisse und Erfahrungen, Ihre Verlusttragfähigkeit, Ihre steuerliche Situation oder die Zusammensetzung Ihres Depots.
Die Inhalte stellen keine Anlageberatung, Anlagevermittlung, Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung dar und ersetzen keine individuelle Beratung durch zugelassene Berufsträger. Ob eine Strategie oder ein Instrument für Sie geeignet ist, müssen Sie eigenverantwortlich beurteilen; ziehen Sie bei Bedarf fachlichen Rat hinzu.
Prüfen Sie vor jeder Anlageentscheidung insbesondere, ob Sie das Instrument verstehen, ob Sie einen vollständigen Verlust tragen könnten, ob es zu Ihrem Zeithorizont passt, welche Kosten, Steuern und Währungsrisiken anfallen und ob Ihr Depot ausreichend gestreut ist. Treffen Sie keine Entscheidung allein aufgrund einer Grafik, einer Überschrift oder eines Social-Media-Beitrags.
9. Kurzhinweis an jeder Darstellung
Diese Seite ersetzt nicht den Hinweis unmittelbar an der jeweiligen Grafik. Unter jeder Performancedarstellung auf dieser Website steht ein Kurzhinweis mit Verweis auf diese Seite. Vollständig lautet er:
10. Fragen und Korrekturhinweise
Hinweise auf mögliche Fehler oder veraltete Angaben nehmen wir gerne entgegen: info@initiativefinanzbildung.de. Bitte nennen Sie die betreffende Darstellung und das Datum. Erkennen wir einen wesentlichen Fehler, korrigieren wir die Darstellung und kennzeichnen die Korrektur.