← Zurück zum Blog

Rentenlücke berechnen: Wie groß ist deine Lücke wirklich?

Die gesetzliche Rente reicht für die meisten nicht. So berechnest du deine persönliche Rentenlücke in wenigen Schritten und siehst, was wirklich fehlt.

Viele Menschen ahnen, dass die gesetzliche Rente später nicht ausreichen wird. Aber die wenigsten wissen, wie groß ihre Lücke konkret ist. Genau das ändern wir hier. Deine Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem Einkommen, das du im Ruhestand brauchst, und dem, was du aus gesetzlicher Rente und vorhandener Vorsorge tatsächlich bekommst. Je früher du diese Zahl kennst, desto entspannter kannst du gegensteuern.

Was ist die Rentenlücke überhaupt?

Die Rentenlücke beschreibt schlicht, wie viel Geld dir pro Monat im Alter fehlt, um deinen Lebensstandard zu halten. Die gesetzliche Rente ersetzt im Schnitt nur rund 48 Prozent deines letzten Bruttoeinkommens (das sogenannte Rentenniveau vor Steuern). Wer netto bisher gut gelebt hat, merkt diesen Einschnitt deutlich.

Dazu kommen zwei Effekte, die viele unterschätzen:

  • Inflation entwertet deine Kaufkraft. 2.000 Euro fühlen sich in 30 Jahren an wie deutlich weniger heute.
  • Steuern und Beiträge fallen auch im Ruhestand an. Die Bruttorente ist nicht das, was am Ende auf dem Konto landet.

Deshalb ist die ehrliche Rechnung wichtiger als ein Bauchgefühl.

So berechnest du deine Lücke in drei Schritten

1. Bedarf im Alter schätzen

Faustregel: Du brauchst im Ruhestand etwa 80 Prozent deines heutigen Nettoeinkommens, um deinen Lebensstandard zu halten. Manche Ausgaben fallen weg (Pendeln, Altersvorsorge-Sparraten), andere kommen dazu (Gesundheit, Reisen, Unterstützung). Wer ehrlich plant, rechnet lieber etwas großzügiger.

2. Gesetzliche Rente realistisch ansetzen

Schau in deine jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Dort steht deine voraussichtliche Rente. Wichtig: Dieser Betrag ist vor Steuern und Krankenversicherung. Ziehe diese Abzüge ab, um zu sehen, was netto bleibt.

3. Lücke ausrechnen

Bedarf minus Netto-Rente minus vorhandene Vorsorge gleich Rentenlücke. Eine monatliche Lücke von 600 bis 1.000 Euro ist bei mittleren Einkommen keine Seltenheit. Über 20 Jahre Ruhestand summiert sich das schnell auf einen sechsstelligen Betrag.

Den ganzen Weg musst du nicht per Hand gehen. Unser kostenloser Rentenrechner nimmt dir die Mathematik ab und zeigt dir deine persönliche Lücke samt Inflationswirkung in unter zwei Minuten.

Ein Rechenbeispiel zum Mitdenken

Nehmen wir Anna, 35, Nettoeinkommen 2.800 Euro. Ihr Bedarf im Alter liegt bei rund 2.240 Euro (80 Prozent). Ihre voraussichtliche gesetzliche Rente beträgt netto etwa 1.300 Euro. Vorhandene Vorsorge: noch keine.

Anna fehlen also rund 940 Euro pro Monat. Klingt erschreckend, ist aber zu schließen, wenn sie früh beginnt. Denn Zeit ist beim Vorsorgen der wichtigste Hebel überhaupt, deutlich wichtiger als die Höhe der einzelnen Sparrate.

Was du jetzt konkret tun kannst

Die gute Nachricht: Eine Lücke ist kein Schicksal. Wer sie kennt, kann handeln. Drei Schritte helfen sofort weiter:

  • Lücke beziffern. Solange die Zahl unklar ist, bleibt das Thema abstrakt. Mit einer konkreten Zahl wird Vorsorge planbar.
  • Früh und regelmäßig investieren. Schon kleine Beträge entfalten über Jahrzehnte durch den Zinseszins eine große Wirkung. Mehr dazu liest du im Artikel über den Zinseszins.
  • Unabhängig prüfen lassen. Achte darauf, dass dich niemand in ein Produkt drängt, an dem er provisioniert ist.

Als unabhängiger Verein verfolgen wir kein reines Verkaufsinteresse. Unser Ziel ist, dass du deine Zahlen verstehst und selbstbestimmt entscheidest. Berechne im ersten Schritt deine Lücke mit dem Rentenrechner und verschaffe dir Klarheit. Alles Weitere ergibt sich daraus.